Autismus Diagnostik in München
Autismus ist eine neurologische Besonderheit, bei der Betroffene anders fühlen, denken und kommunizieren. Typische Anzeichen zeigen sich oft in Schwierigkeiten mit sozialer Interaktion, ungewöhnlichem Verhalten oder besonderen Interessen. Die Ausprägungen sind sehr individuell – kein Mensch mit Autismus ist wie der andere.
Autismus-Diagnostik bei Erwachsenen: Ablauf beim PZD München
Diese Seite beschreibt den vollständigen Ablauf einer Autismus-Spektrum-Diagnostik beim PZD München – von der ersten Anfrage bis zum schriftlichen Befundbericht, einschließlich aller organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen.
Die Diagnostik orientiert sich an den Kriterien der ICD-10 (F84.x), die in Deutschland für die offizielle Diagnosestellung verbindlich sind, und folgt den aktuellen Leitlinien zur Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS). Das Ergebnis ist eine klinische Gesamtbeurteilung – keine rein testbasierte Auswertung.
Was Sie vorab wissen sollten
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Nach dem Erstgespräch erhalten Sie zwei Dokumente: eine Rechnung für das Erstgespräch sowie einen Kostenvoranschlag für die Gesamtdiagnostik – unabhängig davon, ob Sie sich danach für die Diagnostik entscheiden. In den meisten Fällen verwenden wir einen Standardvoranschlag; bei besonderen Anforderungen erstellen wir einen individuellen. Den Kostenvoranschlag können Sie bei Ihrer Krankenversicherung einreichen.
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Wenn Sie sich für die Diagnostik entscheiden, erhalten Sie die Gesamtrechnung vorab. Nach Zahlungseingang melden wir uns zur Terminvereinbarung.
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Planen Sie Wartezeiten ein. Zwischen Erstgespräch und erstem Diagnostiktermin können mehrere Wochen bis Monate liegen. Wir informieren Sie so früh wie möglich über den voraussichtlichen Zeitrahmen.
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Alle Testtermine finden persönlich in unserer Praxis in München statt. Das Erstgespräch kann wahlweise vor Ort oder per Videoanruf stattfinden.
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Bringen Sie vorhandene Unterlagen mit oder senden Sie sie vorab ein: Schulzeugnisse, frühere Gutachten, Arztberichte oder Stellungnahmen anderer Fachpersonen.
Ablauf der Diagnostik
Die Diagnostik umfasst mehrere aufeinanderfolgende Termine. Im Regelfall sind das:
Erstgespräch → Anamnese → Psychologische Diagnostik (ADOS-2) → Bezugspersonengespräch → ggf. Intelligenzdiagnostik → Abschlussgespräch
Online-Fragebögen werden unabhängig von den Terminen ausgefüllt und fließen ebenfalls in die Gesamtbeurteilung ein.
1. Erstgespräch
Das Erstgespräch dient der Orientierung: Wir klären Ihr Anliegen, besprechen vorhandene Vorbefunde, erläutern das diagnostische Vorgehen beim PZD und prüfen gemeinsam, ob eine Diagnostik bei uns für Ihre Situation sinnvoll ist.
Das Gespräch findet entweder in der Praxis oder per Videoanruf statt. Im Anschluss erhalten Sie eine Rechnung für das Erstgespräch sowie einen Kostenvoranschlag für die Gesamtdiagnostik. Die Person, die das Erstgespräch führt, ist nicht zwingend dieselbe, die später die Testung durchführt – alle Beteiligten tauschen die relevanten Informationen aus.
2. Online-Fragebögen
Parallel zu den Terminen erhalten Sie standardisierte Selbstbeurteilungsfragebögen, die Sie eigenständig ausfüllen. Sie liefern eine strukturierte Selbsteinschätzung und ergänzen die klinischen Beobachtungen.
3. Biografische Anamnese
In einem separaten Termin erheben wir eine detaillierte Entwicklungsgeschichte – mit besonderem Fokus auf Kindheit und Jugend, soziale Interaktion und Kommunikation, Spezialinteressen sowie sensorische Besonderheiten. Vorhandene Unterlagen werden einbezogen.
4. Psychologische Diagnostik (ADOS-2)
Das ADOS-2 (Autism Diagnostic Observation Schedule, 2. Auflage) ist ein strukturiertes Beobachtungsverfahren und gilt als internationaler Goldstandard der Autismus-Diagnostik. Es erfasst Kommunikation, soziale Interaktion und Verhalten in standardisierten Situationen und erfordert persönlichen Kontakt. Ergänzend kommen klinisch-strukturierte Interviews und weitere Verfahren zum Einsatz, um die ICD-10-Kriterien systematisch zu prüfen.
5. Bezugspersonengespräch
Eine Person aus Ihrem Umfeld wird in einem strukturierten Interview (ADI-R) einbezogen. Das ermöglicht eine retrospektive Einschätzung früher Entwicklungsauffälligkeiten, die Sie selbst möglicherweise nicht oder anders erinnern. Ideal geeignet sind Elternteile oder Personen, die Sie seit Kindheit oder Jugend kennen. In begründeten Fällen kann diese Rolle auch eine andere nahestehende Person übernehmen – etwa ein langjähriger Partner oder eine Person aus Ihrem Arbeitsumfeld. Ob jemand als Bezugsperson geeignet ist, klären wir im Vorfeld gemeinsam.
6. Intelligenzdiagnostik (bei Bedarf)
Falls für die Differenzialdiagnostik oder eine vollständige Profilbeschreibung erforderlich, wird eine standardisierte Intelligenztestung durchgeführt. Die Entscheidung darüber fällt individuell im Verlauf des Diagnostikprozesses.
7. Auswertung und Befunderstellung
Nach Abschluss aller Termine werden alle Informationen zusammengeführt: Anamnese, Beobachtungen, Testergebnisse, Fragebögen und Fremdauskünfte. Jeder Fall wird von mehreren Fachpersonen gemeinsam besprochen und abgesichert. Da die Befundberichte ausführlich und sorgfältig formuliert sind, nimmt diese Phase Zeit in Anspruch. Wir melden uns, sobald wir das Abschlussgespräch terminieren können.
8. Abschlussgespräch und Befundbericht
Im abschließenden Gespräch erhalten Sie eine transparente Erläuterung der Ergebnisse, eine begründete Rückmeldung zur Diagnose oder zu deren Ausschluss, Hinweise zu möglichen nächsten Schritten sowie einen schriftlichen Befundbericht, den Sie bei anderen Stellen vorlegen können.
Autismus-Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen: Ablauf beim PZD München
Diese Seite beschreibt den vollständigen Ablauf einer Autismus-Spektrum-Diagnostik (ASS) für Kinder und Jugendliche beim PZD München – von der ersten Anfrage bis zum schriftlichen Befundbericht.
Die Diagnostik orientiert sich an den internationalen Leitlinien und den Kriterien der ICD-10 (F84.x), die in Deutschland für die offizielle Diagnosestellung verbindlich sind. Das Ergebnis ist eine klinische Gesamtbeurteilung durch erfahrene Fachpersonen – keine rein testbasierte Auswertung.
Unsere Diagnostik kombiniert wissenschaftlich fundierte Testverfahren (z. B. ADOS-2, WISC-V), eine umfassende Entwicklungsanamnese und Beobachtungen sowie Interviews mit Bezugspersonen. Das Ziel ist eine fundierte Einschätzung sowie – bei Bedarf – klare Orientierung zu nächsten Schritten.
Was Sie vorab wissen sollten
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Nach dem Erstgespräch erhalten Sie zwei Dokumente: eine Rechnung für das Erstgespräch sowie einen Kostenvoranschlag für die Gesamtdiagnostik – unabhängig davon, ob Sie sich danach für die Diagnostik entscheiden. In den meisten Fällen verwenden wir einen Standardvoranschlag; bei besonderen Anforderungen erstellen wir einen individuellen. Den Kostenvoranschlag können Sie bei Ihrer Krankenversicherung einreichen.
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Wenn Sie sich für die Diagnostik entscheiden, erhalten Sie die Gesamtrechnung vorab. Nach Zahlungseingang melden wir uns zur Terminvereinbarung.
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Planen Sie Wartezeiten ein. Zwischen Erstgespräch und erstem Diagnostiktermin können mehrere Wochen bis Monate liegen. Wir informieren Sie so früh wie möglich über den voraussichtlichen Zeitrahmen.
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Alle Testtermine finden persönlich in unserer Praxis in München statt. Das Erstgespräch kann wahlweise vor Ort oder per Videoanruf stattfinden.
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Bringen Sie vorhandene Unterlagen mit oder senden Sie sie vorab ein: Schulzeugnisse, U-Hefte, frühere Gutachten, Arztberichte oder Stellungnahmen von Kindergarten, Schule oder anderen Fachpersonen.
Ablauf der Diagnostik
Die Diagnostik umfasst mehrere aufeinanderfolgende Termine. Im Regelfall sind das:
Erstgespräch → Entwicklungsanamnese (Interview mit Bezugspersonen) → Psychologische Diagnostik (ADOS-2) → ggf. Intelligenzdiagnostik → Auswertung → Abschlussgespräch
Online-Fragebögen werden je nach Alter des Kindes/Jugendlichen eingesetzt und unabhängig von den Terminen ausgefüllt.
1. Erstgespräch
Gemeinsam klären wir:
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Das aktuelle Anliegen und was zur Diagnostik-Anfrage geführt hat
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Vorhandene Vorbefunde oder frühere Berichte
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Ob eine Autismus-Diagnostik beim PZD sinnvoll erscheint
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Wie das diagnostische Vorgehen konkret aussieht
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Organisatorische Rahmenbedingungen
Das Gespräch findet entweder in der Praxis oder per Videoanruf statt. Im Anschluss erhalten Sie eine Rechnung für das Erstgespräch sowie einen Kostenvoranschlag für die Gesamtdiagnostik.
2. Entwicklungsanamnese (Interview mit Bezugspersonen)
In einem strukturierten Interview mit den Sorgeberechtigten oder anderen Bezugspersonen erheben wir eine detaillierte Entwicklungsgeschichte. Hierzu gehören unter anderem:
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Frühe Entwicklung (Sprache, Motorik, Spielverhalten)
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Soziale Interaktion und Kommunikation im Alltag
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Besondere Interessen und repetitive Verhaltensweisen
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Sensorische Besonderheiten
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Einschätzungen aus Kindergarten, Schule oder Familie
Falls vorhanden, beziehen wir Unterlagen ein: Schulzeugnisse, U-Hefte, frühere Gutachten, Arztberichte. Diese helfen dabei, Entwicklungsverläufe über einen längeren Zeitraum einzuordnen.
3. Psychologische Diagnostik (ADOS-2)
Ein zentrales Verfahren ist das ADOS-2 (Autism Diagnostic Observation Schedule, 2. Auflage). Es gilt international als Goldstandard der Autismus-Diagnostik:
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Spielerische, altersangepasste Aufgaben und Interaktions- sowie Kommunikationssituationen
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Systematische Beobachtung von sozialem Verhalten, Kommunikation und repetitiven Verhaltensweisen
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An das individuelle Entwicklungsniveau des Kindes oder Jugendlichen angepasst
Das ADOS-2 kann ausschließlich im persönlichen Kontakt durchgeführt werden. Ergänzend kommen weitere strukturierte Verfahren zum Einsatz, um die diagnostischen Kriterien der ICD-10 systematisch zu prüfen.
4. Intelligenzdiagnostik (bei den meisten Kindern und Jugendlichen)
In den meisten Fällen führen wir eine standardisierte Intelligenztestung durch, zum Beispiel mit der WISC-V (Wechsler Intelligence Scale for Children). Das ermöglicht:
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Differenzialdiagnostische Einschätzung
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Erfassung des kognitiven Profils (Stärken und Schwächen)
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Einschätzung des Unterstützungsbedarfs
Ergänzend zur Intelligenzdiagnostik können – je nach Fragestellung – weitere Verfahren eingesetzt werden, beispielsweise zur Erfassung von Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis oder emotionaler Regulation.
5. Auswertung und Befunderstellung
Nach Abschluss aller Termine werden alle erhobenen Informationen zusammengeführt: Entwicklungsanamnese, Beobachtungen, Testergebnisse, Fragebögen und Einschätzungen von Bezugspersonen. Jeder Fall wird von mehreren Fachpersonen gemeinsam besprochen und abgesichert. Da die Befundberichte ausführlich und sorgfältig formuliert sind, nimmt diese Phase Zeit in Anspruch. Wir melden uns, sobald wir das Abschlussgespräch terminieren können.
6. Abschlussgespräch und Befundbericht
Im abschließenden Gespräch mit den Sorgeberechtigten (und je nach Alter ggf. dem Kind/Jugendlichen selbst) erhalten Sie:
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Eine transparente Erläuterung der Ergebnisse
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Begründete Rückmeldung zur Diagnose oder zu deren Ausschluss
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Empfehlungen zu möglichen nächsten Schritten – zum Beispiel Therapiemöglichkeiten, schulische Unterstützung oder weitere Abklärungen
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Einen schriftlichen Befundbericht, den Sie bei Schulen, Ämtern oder anderen Stellen vorlegen können
Häufige Fragen
Was kostet die Diagnostik – und wer übernimmt die Kosten?
Den Kostenvoranschlag erhalten Sie im Erstgespräch und können ihn bei Ihrer Krankenversicherung einreichen.
Privatversicherte können Rechnungen direkt bei ihrer Versicherung einreichen; viele Tarife erstatten die Kosten ganz oder teilweise.
Gesetzlich Versicherte: Da das PZD München keine Kassenpraxis ist, handelt es sich in der Regel um eine Selbstzahlerleistung. Unter bestimmten Voraussetzungen ist jedoch eine Kostenerstattung nach § 13 Abs. 3 SGB V möglich – wenn die Krankenkasse nachweislich keine gleichwertige Versorgung zeitnah anbieten kann. Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn der Diagnostik gestellt werden. Ob dieser Weg sinnvoll ist, sollten Sie vorab mit Ihrer Kasse klären.
Wie lange dauert die gesamte Diagnostik?
Von der Terminvereinbarung bis zum Abschlussgespräch vergehen in der Regel mehrere Monate – abhängig von Wartezeiten, dem individuellen Umfang und der Dauer der Auswertungsphase.
Wird das Erstgespräch in Rechnung gestellt, auch wenn ich keine Diagnostik mache?
Ja. Das Erstgespräch ist eine eigenständige Leistung und wird unabhängig vom weiteren Verlauf berechnet.
Brauche ich eine Überweisung?
Nein. Sie können sich direkt an das PZD München wenden.
Was passiert, wenn keine Autismus-Spektrum-Störung festgestellt wird? Im Abschlussgespräch erläutern wir vollständig, welche Befunde vorliegen, welche Diagnosen erwogen wurden und wie wir zu unserem Ergebnis gekommen sind. Ein Ausschluss wird ebenso sorgfältig begründet wie eine Diagnosestellung.
Was passiert, wenn keine Autismus-Spektrum-Störung festgestellt wird?
Im Abschlussgespräch erläutern wir vollständig, welche Befunde vorliegen, welche Diagnosen erwogen wurden und wie wir zu unserem Ergebnis gekommen sind. Ein Ausschluss wird ebenso sorgfältig begründet wie eine Diagnosestellung. Falls erforderlich, geben wir Hinweise zu weiteren sinnvollen Abklärungen.
Nach welchem Klassifikationssystem wird diagnostiziert?
Diagnosestellung und Kodierung erfolgen nach ICD-10 (F84.x), das in Deutschland weiterhin verbindlich ist. Das ADOS-2 orientiert sich zusätzlich am DSM-5 und entspricht damit den aktuellen internationalen Forschungsstandards.
Kontakt und Terminanfrage
Wenn Sie eine Diagnostik anfragen möchten oder noch Fragen zum Ablauf haben, wenden Sie sich gerne an uns.